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Copilot Cowork Skills: eigene KI-Fähigkeiten anlegen

Das Wichtigste in Kürze

  • Was sind Skills? Skills sind erlernbare Fähigkeiten für Copilot Cowork, die einen Arbeitsablauf nach einem festen Muster abarbeiten, ähnlich einer Standardanweisung für einen neuen Mitarbeiter.
  • Was ist Cowork? Eine agentische Erweiterung in Microsoft 365 Copilot, die Aufgaben eigenständig ausführt, also E-Mails sendet, Dokumente erstellt und mehrstufige Abläufe übernimmt.
  • Wie viele Skills? 13 Fähigkeiten sind bereits eingebaut, zusätzlich lassen sich bis zu 50 eigene Skills anlegen, jede Datei bis 1 MB groß.
  • Parallel statt nacheinander: Ein einziger Befehl kann gleichzeitig ein Word-Dokument, eine Excel-Auswertung und eine PowerPoint erzeugen.
  • Ohne Programmierung: Ein eigener Skill ist eine einfache Textdatei in OneDrive, die im Chat erstellt und jederzeit angepasst wird.
  • CodeKlar als Partner: CodeKlar begleitet Unternehmen bei Einführung, Skill-Konzeption und sicherer Governance von Copilot Cowork, von der Aktivierung bis zum produktiven Einsatz.

Was ist Copilot Cowork?

Copilot Cowork Skills sind der Schlüssel zu einem KI-Assistenten, der nicht nur antwortet, sondern echte Arbeit übernimmt. Cowork ist eine agentische Erweiterung von Microsoft 365 Copilot. Während klassischer Copilot Chat eine Frage beantwortet, plant Cowork einen Ablauf, arbeitet über mehrere Apps hinweg und führt die Schritte sichtbar nacheinander aus. Microsoft hat Cowork mit der Wave-3-Ankündigung im März 2026 vorgestellt. Aktuell läuft die Funktion im Frontier-Programm.

Technisch steckt das sogenannte Multi-Model-Prinzip dahinter. Cowork nutzt unter anderem leistungsstarke Modelle von Anthropic, etwa Claude Sonnet und das im Mai 2026 ergänzte Claude Opus 4.7. Für Entscheider ist vor allem eines wichtig: Cowork arbeitet innerhalb der bestehenden Sicherheitsgrenzen des Tenants und erbt die Berechtigungen der Nutzerin oder des Nutzers. Es sieht also nur Dateien und E-Mails, auf die ohnehin Zugriff besteht.

Wichtig: Cowork muss zuerst im Microsoft Admin Center aktiviert werden. Der Administrator meldet den Tenant über Copilot, Settings, Frontier an. Erst danach erscheint Cowork im Navigationsbereich. Eine Microsoft 365 Copilot Lizenz ist Voraussetzung.

Die Cowork-Oberfläche von CodeKlar zeigt Aufgabenplanung und Unterstützung durch Microsoft 365 und Azure.

Skills oder Agenten: Wo liegt der Unterschied?

Viele Unternehmen kennen bereits Copilot Agenten. Ein Agent ist auf eine Aufgabe spezialisiert und folgt einem vordefinierten Befehl. Ein Skill geht einen Schritt weiter. Er lehrt Cowork, eine bestimmte Funktionalität nach einem standardisierten Muster abzuarbeiten. Cowork wählt passende Skills selbst aus oder lädt sie auf Zuruf. So entsteht ein Baukasten aus Fähigkeiten, die sich beliebig kombinieren lassen.

Der praktische Unterschied zeigt sich im Alltag. Ein Skill ist wiederverwendbar, dokumentiert und für technische wie nicht technische Kollegen lesbar. Damit wird aus einem einmaligen Prompt eine dauerhafte, prüfbare Arbeitsanweisung. Die folgende Tabelle ordnet Copilot Chat und Cowork ein.

AspektCopilot ChatCopilot Cowork
GrundprinzipAntwortet auf einzelne FragenErledigt mehrstufige Aufgaben
DauerSekunden bis MinutenMinuten bis Stunden
UmfangEinzelschritt, eine SitzungViele Schritte, mehrere Apps
ErgebnisEntwurf zum WeiterarbeitenFertige Dokumente und Aktionen
ErweiterbarBegrenztEigene Skills, bis zu 50

Ein Befehl, mehrere Ergebnisse

Die eigentliche Stärke von Cowork liegt in verketteten und parallelen Abläufen. Ein Beispiel aus dem Vertrieb verdeutlicht das. Die Anweisung lautet schlicht: Bereite mich auf den Termin mit dem Kunden vor. Daraufhin erledigt Cowork mehrere Dinge gleichzeitig.

  • Word: ein Briefing mit allen Informationen, die für die Vorbereitung wichtig sind.
  • Excel: eine Auswertung der offenen Angebote oder letzten Rechnungen, zum Beispiel aus dem CRM oder der Warenwirtschaft.
  • PowerPoint: eine kurze Präsentation mit den neuesten Produkten, die vorgestellt werden sollen.
Grafik zeigt, wie ein Befehl in Microsoft 365 mehrere Ergebnisse gleichzeitig erstellt | © CodeKlar GmbH

Grafik 1: Aus einem Befehl entstehen parallel mehrere fertige Dokumente.

Praxis-Tipp: Vor sensiblen Aktionen wie dem Versand einer E-Mail oder einem Teams-Post hält Cowork an und fragt um Freigabe, inklusive Risiko-Indikator. So bleibt die Kontrolle jederzeit bei Ihnen.

Eigene Copilot Cowork Skills anlegen

Neben den 13 eingebauten Skills lassen sich laut Microsoft bis zu 50 eigene Skills anlegen. Jede Skill-Datei darf bis zu 1 MB groß sein, ein echtes Textlimit gibt es in der Praxis also kaum. Damit lassen sich auch komplexe Arbeitsabläufe abbilden.

Suchoberfläche von Microsoft 365 zeigt verschiedene Qualifikationen wie Excel und Kalendermanagement | © CodeKlar GmbH

Der einfachste Weg: einfach im Chat beschreiben

Das Schöne daran ist, wie leicht es geht. Einen eigenen Skill müssen Sie nicht programmieren und auch keine Datei von Hand anlegen. Es genügt, im Chat zu schreiben, was Sie brauchen. Über das Eingabefeld lässt sich mit einem Schrägstrich zudem das Skill-Menü aufrufen. Cowork baut den Skill dann selbstständig auf und stellt zum Verständnis ein paar gezielte Rückfragen.

Ein Beispiel aus dem Vertrieb zeigt, wie konkret eine solche Anweisung sein kann. Mehr als diesen einen Satz im Chat braucht es nicht.

So einfach geht es: „Erstelle bitte einen Skill, der die Transkripte meiner Vertriebscalls mit Endkunden auswertet, anonymisiert und bewertet. Ich brauche drei konkrete Punkte, die ich hätte besser machen können.“

Cowork legt daraus automatisch einen wiederverwendbaren Skill an. Beim nächsten Mal genügt ein kurzer Hinweis, und derselbe Ablauf startet erneut. Wer möchte, kann den Skill jederzeit im Gespräch verfeinern, etwa das Firmenlogo ergänzen, das Ausgabeformat ändern oder die Bewertungskriterien schärfen. Es ist also kein einmaliger Prompt, sondern eine dauerhafte Fähigkeit, die mitwächst.

Die technische Grundlage dahinter

Im Hintergrund entsteht eine einfache Datei mit dem Namen SKILL.md. Sie liegt in OneDrive im Ordner Dokumente, Cowork, Skills. Die Datei besteht aus einem kurzen Kopfbereich mit Name und Beschreibung sowie den eigentlichen Anweisungen in einfacher Textform. Zu Beginn jeder Unterhaltung erkennt Cowork die Skills automatisch und zeigt sie als Chips im Seitenbereich an. Wer mag, bearbeitet die Datei direkt, alle anderen bleiben einfach im Chat.

Grafik zeigt, wie man in 4 Schritten einen eigenen Skill mit Microsoft 365 und Azure erstellt | © CodeKlar GmbH

Grafik 2: In vier Schritten zum eigenen Skill, im Chat oder als Datei.

Skills testen und optimieren

Ein Skill ist nie in Stein gemeißelt. Genau das macht den Ansatz so stark. Direkt im Chat lässt sich sagen, dass etwas noch nicht passt. Cowork ergänzt dann zum Beispiel das Firmenlogo im Dokument, ändert die Struktur oder schärft die Bewertungskriterien nach. Weil alles im Gespräch funktioniert, entsteht ein schneller Kreislauf aus Ausprobieren, Bewerten und Verbessern.

Faustregel für die Entscheidung: Je präziser die Anweisung im Skill, desto verlässlicher das Ergebnis. Ein guter Skill liest sich wie eine klare Arbeitsanweisung, inklusive gewünschtem Ausgabeformat und Hinweisen, was Cowork nicht tun soll.

Was Cowork 2026 zusätzlich kann

Microsoft baut Cowork laufend aus. Laut Microsoft sind in den Updates der ersten Jahreshälfte 2026 mehrere Funktionen dazugekommen, die den produktiven Einsatz spürbar erleichtern.

  • Deutlich längere Eingaben: Ein Prompt darf jetzt bis zu 250.000 Zeichen umfassen, statt zuvor 16.000. Ganze Verträge oder Protokolle lassen sich so in einem Rutsch übergeben.
  • Wiederkehrende Aufgaben planen: Geplante Prompts führen Abläufe automatisch zu festen Zeiten aus, etwa einen Wochenbericht jeden Montagmorgen, ganz ohne separate Automatisierung.
  • Plugins aus dem App Store: Skills und Connectors aus dem Microsoft 365 App Store binden weitere Datenquellen und Werkzeuge an.
  • Nachvollziehbare Aufgaben-Historie: Eine durchsuchbare Liste mit Statusfiltern zeigt, was Cowork wann erledigt hat. Dazu kommen Benachrichtigungen direkt in der App.
  • Mobil und im Team: Cowork ist über Apps für iOS und Android verfügbar, und Ergebnisse lassen sich als strukturierte Teams-Karten teilen.

Warum eigene Skills für Unternehmen mehr sind als Spielerei

Für Entscheider liegt der Wert nicht in einem einzelnen Dokument, sondern in der Wiederholbarkeit. Ein Skill wird einmal geschrieben und danach immer wieder identisch ausgeführt. So werden wiederkehrende Abläufe wie Wochenberichte, Angebotsauswertungen oder Meeting-Vorbereitungen standardisiert und entlasten das Team spürbar.

Zugleich braucht es klare Leitplanken. Eigene Skills werden von Microsoft nicht inhaltlich geprüft. Gerade bei kundenrelevanten Inhalten sollten die Ergebnisse daher kontrolliert werden. Gut für die DSGVO-Brille: Cowork kann keine Rechte ausweiten und sieht ausschließlich Daten, auf die der jeweilige Nutzer ohnehin zugreifen darf. Alle Aktionen werden zudem im Microsoft 365 Audit-Log protokolliert, und Administratoren steuern Cowork zentral über die Copilot-Verwaltung im Microsoft 365 Admin Center. Für Beobachtbarkeit, Sicherheit und Governance lässt sich Cowork darüber hinaus in Agent 365 einbinden. Da Cowork dennoch auf echte Unternehmensdaten zugreift, gehören Verantwortlichkeiten, Namenskonventionen und Prüfzyklen für Skills von Anfang an definiert. Wer das sauber aufsetzt, profitiert von einem KI-Assistenten, der die Arbeitsweise des eigenen Unternehmens kennt. Unterstützung bietet CodeKlar im Rahmen seiner Microsoft 365 Beratung.

Fazit

Copilot Cowork verschiebt die Grenze zwischen Fragen und Erledigen. Mit eigenen Skills wird aus einem allgemeinen KI-Assistenten ein Werkzeug, das die konkreten Abläufe eines Unternehmens beherrscht. Der Einstieg ist niedrigschwellig, der Nutzen wächst mit jedem gut dokumentierten Skill. Entscheidend ist ein durchdachter Start mit klaren Regeln, damit aus vielen Einzelideen ein verlässlicher, sicherer Baukasten wird.

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